Lucky-Liter-Punch verteidigt die Tabellenführung

FSV Trier-Tarforst 2:3 1. Mannschaft

(ct) „Je schwieriger ein Sieg, desto größer ist die Freude am Gewinnen“. Mit diesem Zitat von Pelé, dem vielleicht besten Fußballer aller Zeiten, lässt sich der Sieg unserer ersten Mannschaft in Tarforst sicherlich am besten beschreiben. Es war kein Kunstwerk, aber es war ein verdammt wichtiger Sieg. Aber eins nach dem anderen: Es war jedem vor dem Spiel klar, dass es gegen die immer unangenehmen und gut in die Saison gestarteten Tarforster nicht einfach werden würde. Die Elf von Trainer Stefen Fleck war nicht nur gut besetzt, sie hatten auch die Chance durch einen Sieg in der Tabelle auf uns aufzuschließen. Wieder einmal war die Sportanlage in Tarforst zahlenmäßig fest in Schillinger Hand, dies sollte uns den letzten, entscheidenden Kick geben um unser Ziel – die Tabellenführung zu verteidigen – zu erreichen.

Das Spiel wurde bereits früh durch die erste Schrecksekunde unterbrochen, als Hummel verletzungsbedingt behandelt werden musste. Auch bedingt durch das Fehlen eines Ersatzkeepers (Usen hatte sich vorher bei der Zweiten ebenfalls verletzt) galt es für unseren Torwart im wahrsten Sinne des Wortes „auf die Zähne zu beißen“. Hummel kam zurück – wenn auch mit Sprechverbot. Spielerisch war in der Anfangsphase nicht viel los, beide Mannschaften schienen Angst davor zu haben, den ersten Fehler zu begehen und tasteten sich langsam ab. Wir hatten mehr vom Spiel, doch es fehlte an Durchschlagskraft und es wurde von außen schnell deutlich, dass es hier nur mit spielerischen Mitteln schwer werden würde. Es musste ein dreckiger Sieg her, egal wie. Auch der Schiedsrichter trug nicht gerade viel dazu bei, dass ein geordneter Spielaufbau möglich gewesen wäre, pfiff er doch ein ums andere Mal kleine Aktionen in beide Richtungen ab. Ziemlich ereignislos verabschiedeten sich beide Mannschaften in die Pause – mit der Hoffnung auf eine umso turbulentere zweite Halbzeit.

Der Wunsch wurde erfüllt – und wie! Kurz nach der Pause kämpfte sich Thome unnachahmlich in einen Zweikampf im gegnerischen Strafraum und wurde vom Tarforster Abwehrspieler relativ unnötig gefoult. Unnötig oder nicht – der Elfer war auf jeden Fall berechtigt. Dass ein Elfmeter jedoch nicht automatisch auch ein Tor nach sich zieht, das hatten wir in letzter Zeit öfters miterleben müssen. Wenn man sie allerdings so schießt, wie unser Torjäger Tobsi an diesem Tag, dann könnte auch ein Manuel Neuer im Tor nicht viel ausrichten: Humorlos nagelte unser „Mann für alle Fälle“ den Ball ins linke Kreuzeck. Der Knoten war also geplatzt, jetzt wollten wir direkt anknüpfen und dem Gegner unser Spiel aufzwängen. Doch mit dem Kreuzeck kennen auch die Tarforster sich aus, was sie durch einen direkt verwandelten Freistoß - bei dem Hummel absolut chancenlos war - bewiesen. 57. Minute – 1:1. Nachdem Joni nach seiner Hereinnahme frischen Wind ins Spiel brachte und vorne in der Spitze viele wichtige Wege ging schenkte uns die Tarforster Abwehr einen erneuten Elfmeter, als Totti auf dem Weg zum Tor umgestoßen wurde. Hier muss auch ein Lob an den Schiedsrichter ausgesprochen werden, denn der Elfer war zwar absolut berechtigt, ob jeder Schiri in der Kreisklasse den Mut hat ihn zu pfeifen, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Aber sei’s drum: Mit der nötigen Portion Selbstvertrauen ausgestattet visierte Tobsi dieses Mal den rechten Winkel an – und traf auch dieses Mal perfekt. Abermals waren wir in Führung – und abermals ließen wir uns das Spiel im Folgenden aus der Hand nehmen. Nachdem Tarforst zu einigen Chancen gekommen war, nutzten sie in der 85. schließlich eine hiervon. Hätte Hummel kein Sprechverbot gehabt, dann wäre seine Meinung über dieses Gegentor vermutlich noch auf dem Petrisberg hörbar gewesen. Wir mussten also wieder an unser Motto „Weider, immer weider“ anknüpfen, denn es waren noch ein paar Minuten auf der Uhr. So richtig wollte das Herausspielen von Chancen jedoch immer noch nicht klappen. Kurz vor Schluss hatte Tarforst sogar die große Chance selbst den Deckel draufzumachen, jedoch rettete uns die Latte. Es musste also etwas Besonderes her. Ein Lucky-Punch. 92. Minute. Letzte Aktion des Spiels. Liter kämpfte sich in der gegnerischen Hälfte durch, konnte den Ball behaupten und lag scheinbar den gesamten innerhalb der vorherigen 92 Minuten angesammelten und immer wieder kundgetanen Unmut über die Schiedsrichterleistung in diesen einen Schuss. Besser kann man ihn nicht treffen, der Ball drehte sich unhaltbar ins linke untere Eck. Dieses Tor bedeutete nicht nur die Führung, der Schiedsrichter pfiff auch gar nicht erst nochmal an.

Wie gesagt, es war keine Glanzleistung, es war auch kein wirklich schönes Spiel. Aber eben diese Spiele zu gewinnen, das zeichnet eine große Mannschaft aus. Schlussendlich kann das Zustandekommen des Sieges durchaus als glücklich bezeichnet werden, verdient war er trotzdem! Nun können wir mit umso breiterer Brust in das noch wichtigere Spiel gegen die in den letzten Spielen immer stärker werdende SG Thomm reingehen. Dann wieder zu gewohnter Uhrzeit (14:30 Uhr) – es schadet jedoch nicht sich schon früher Zeit zu nehmen und unsere Zweite zu unterstützen!

 

Hummel – Börni, Hanschi, Liter, Thome – Haiko, Totti, Chuck, G, Tobsi – Wingerts Wern (67. Joni)